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Ad, Advertising

Das soll kein Englisch-Lexikon werden, aber für das Verständnis hilft es: Advertising heißt schlicht Werbung, die verkürzte Version Ad oder (Plural) Ads meint die jeweiligen Werbeformate in der digitalen Welt: Display-Ads sind Werbebanner, die im Browser-Fenster beim Aufruf einer bestimmten Seite erscheinen; Video-Ads können Einblendungen bei Videos sein, wobei die Fachwelt fein zwischen Pre-Roll-Ads, Mid-Ads und Post-Roll-Ads zu unterscheiden weiß. Was nichts anderes bedeutet, als dass jeweils die Werbung (Banner oder eigenes Video) vor, mitten drin oder nach dem eigentlichen Film/Video zu sehen ist. Die Kombinationsbegeisterung zieht sich durch die ganze Branche: Ad-Server sind die Gerätschaften, die Werbemittel zum Abruf via Internet bereithalten. Social-Ads meinen Werbung in sozialen Netzwerken (siehe Social Media). 

Affiliate

Was in der analogen Welt der Handelsvertreter ist, heißt im Internet Affiliate. Der „angegliederte“ (englisch für affiliate) Partner eines E-Commerce-Unternehmens sorgt durch seine Seiten für erhöhtes Verkehrsaufkommen beim Händler, im besten Fall für mehr Verkäufe. Dafür wird er mit einer Provision entlohnt. Die Abrechnungsmodelle richten sich nach der primären Zielsetzung des Auftraggebers: Geht es vor allem um Reichweite, also viele Klicks, wird entsprechend nach den angeklickten Werbebannern oder Links abgerechnet. Andere Vergütungsmodelle fokussieren entsprechend auf Kundenkontakte (Leads) oder Verkäufe (Sales) und heißen dann Pay-per-Lead oder Pay-per-Sale.

Das Prinzip Pay-per-View ist dagegen aus der Mode gekommen – die Entlohnung für Sichtbarkeit des Werbemittels birgt zu viele Gefahren für Betrug. Ohnehin ist A. ein Feld, auf dem sich auch gern weniger seriöse Anbieter tummeln, digitale Drückerkolonnen gewissermaßen. Experten raten daher: ein höchstmögliches Maß an Transparenz vom A. verlangen und das durch Kontrollen krönen. Die Handelnden Parteien im A.-Marketing sind:

  1. A.-System-Betreiber: in der Regel A.-Netzwerke, die technische Infrastruktur und finanzielle Abwicklung bereitstellen. Manche Händler halten eigene Systeme „inhouse“ für A.-Partner vor.
  2. Händler, Advertiser, Merchants: auftraggebende Unternehmen, die Werbemittel für ihre Produkte bereitstellen und für erfolgte Aktion (Klick, Sales, Lead) Provisionen zahlen.
  3. Vertriebspartner, Publisher, Affiliates: sorgen durch entsprechende Maßnahmen auf ihren Seiten für Aufmerksamkeit zugunsten der Produkte des Händlers, kassieren dafür Provisionen.

App

Die App ist zunächst die sprachliche Verkürzung von Application, also der Anwendung. Gemeint ist ein Programm mit begrenztem, fokussiertem Nutzen. Typische Apps zeigen Wetterdaten, den Pollenflug oder öffnen den Zugang zu einem bestimmten Medium. Erste Exemplare wurden im Umfeld von Betriebssystemen gesichtet, um kleine Anwendungen in Docks zu präsentieren. Inzwischen ein Synonym für spezialisierte Programme auf Smartphones oder Tablets. Taktgeber: Apple. Natürlich gibt es inzwischen neben dem Apple-System iOS weitere mobile Betriebssysteme wie Android. Allerdings krankt das System Android an der Zersplitterung auf viele Firmen und verschiedene Produkte. Spätestens bei Upgrades wird Nutzern klar: Meins vielleicht nicht. Für Werber ist es daher immer noch einfacher, auf die Zielgruppe Apple-User zu setzen: Kaufbereit! Und in jedem Fall erreichbar. Nicht umsonst programmieren Agenturen besonders gern für dieses System. Kritiker bemäkeln den Untergang des „freien Internets“, wenn Zugriffe nurmehr über Apps erfolgen. Erfreuen sich dennoch großer Beliebtheit. Zumal über Apps die Bezahlkultur wieder Eingang gefunden hat – im Gegensatz zur angeblichen „Kostenlos-Kultur“ im Netz. Auch für werbungtreibende ein spannendes Gebiet: Wer hier ein ebenso einzigartiges wie markenaffines Produkt bieten kann, das Nutzern Mehrwert oder gute Unterhaltung bietet, kann ordentlich auf Markenbildung einzahlen.

Audience Buying

Gut, Liebe ist käuflich. Aber so schlüpfrig, wie es klingt, ist Audience Buying gar nicht. Es meint also nicht gekaufte Follower in sozialen Netzwerken o.Ä. – es handelt sich vielmehr um eine Folgestrategie aus den Erkenntnissen von Targeting und Cookies (siehe dort): Die über diese Tools gewonnenen Interessen der Nutzer sollen in der Folge gezielte Werbeauslieferungen ermöglichen, dann passend zu den festgestellten Vorlieben der Nutzer. Spielt insbesondere im Umfeld von Realtime-Bidding eine Rolle (siehe dort). 

Cloud

Buzzword der Gegenwart und Business-Befeuerer: Die Cloud, die Datenwolke, soll gleich mehrere Geschäftsmodelle antreiben. Das passende Wording für Betriebswirtschaftler wäre Outsourcing, denn um nichts anderes handelt es sich. Ob Speicherplatz, Software-Anwendungen oder sonstige IT-Prozesse: Alles hat das Potenzial, zu den spezialisierten Anbietern in der Datenwolke, vulgo: bereitgestellten Serverplätzen, zu wandern. Im B-to-C-Bereich lockt etwa iTunes von Apple mit dem Versprechen, dass alle Apps (siehe dort), Musik oder E-Books zugleich auf allen angeschlossenen Geräten verfügbar sind. Im B-to-B-Bereich stehen dem Trend noch Einwände entgegen, die darauf hinauslaufen, dass Unternehmen empfindliche interne Daten und Prozesse nur ungern an Fremdanbieter auslagern.

Commerce

Der Handel, Kommerz (engl. Commerce) ist das Herzstück des digitalen Business. Shops, Händler, Marken setzen darüber ihre Produkte ab. Die Mutter aller Commerce-Bezeichnungen ist der E-Commerce, der elektronische Handel: heute Synonym für alle Handelsaktivitäten im Internet. Söhne und Töchter heißen heute etwa M-Commerce (für mobile Aktivitäten, die lange nur behauptet wurden, aber nach der Einführung der Gerätekategorie Smartphone durch Apples iPhone erst richtig Fahrt aufnahmen) oder, eher frisch, F-Commercefür Handel via Facebook (siehe Social Media). Letzterer ist, nach Expertenmeinung alles andere als trivial und einfach.

Conversion

Ein Schlüsselwort im digitalen Marketing, dessen Papst heißt André Morys. Es geht um die Wandlung vom Kontakt zum Kunden (siehe Customer Journey). Die entsprechende Kennziffer ist die Conversion-Rate, die Konversionsrate: das Verhältnis von Besuchern einer Seite des betreffenden Shops zu den tatsächlichen Käufern. Um diese Rate positiv zu beeinflussen, hält das einschlägige Gewerbe die unterschiedlichsten Werkzeuge bereit: die Maßnahmen reichen von der Gestaltung der Website, des Newslettters, der E-Mail-Benachrichtigung über den Kaufprozess selbst (siehe Usability) bis hin zur anschließenden Bestätigung gegenüber dem Kunden, dass er mit seiner Wahl richtig lag. Vertrauen spielt eine Rolle, die richtige Auswahl von Bezahlverfahren usf.

Cookie

Es ist nur eine kleine Zeile, die in Browsern abgespeichert wird: der Cookie, der (engl.) Keks, spielt aber eine große Rolle im digitalen Marketing. Über den Keks wird der Nutzer anonym zwar, aber erkennbar mit seinen momentanen Interessen beim Surfen. Grundlage für Targeting (siehe dort). Überlegungen aus der Politik (EU-Richtlinie), für jeden Cookie beim Nutzer eine Einwilligung zu verlangen, sieht die Werbewirtschaft mit Grausen. Sie fürchtet eine Erosion ihres Datenbestands mangels Nutzerbeteiligung. Eine geschmeidige Interpretation der Browsereinstellung verspricht rechtliche Erlösung. Wer grundsätzlich in den Einstellungendem Empfang von Cookies zustimmt, muss nicht extra einwilligen.

CP

Hier kommen schwäbische Erbsenzähler auf ihre Kosten: Mit den Cost-per –Messungen lässt sich im Netz in Sekundenschnelle berechnen, welche Aktion zu welchen Ergebnissen geführt hat. Werber seufzen vom Fluch der Messbarkeit. Gleichviel: Grundsätzlich geht es immer darum, wie viel Budget ein Unternehmen in den entsprechenden Werbekanal koppt, um das Ergebnis Verkauf oder doch wenigstens Kundenkontakt zu erzielen. Die Faktoren heißen entsprechend CpO (Cost per Order) oder CpI (Cost per Impression) usw., usf. 

Crossmedia

Tolles Marketing-Wording, siehe auch Multichannel. Kennen Ältere von Werbebotschaften, die via Anzeige, Plakat, Hörfunkspot verbreitet wurden. In der digitalen Welt sind natürlich die Entertainment-Spielzeuge TV-Gerät oder –Box, Smartphone und Tablet gemeint.

CTR

Abkürzung für die Click-Through-Rate, eine Kennziffer im digitalen Marketing. Bezeichnet die Zahl der tatsächlich getätigten Klicks auf Werbebanner und gesponserter Links im Verhältnis zum Gesamtaufruf der entsprechenden Internet-Seite. Zum Leidwesen der Branche bewegt sich diese Rate gern im Promillebereich, bei erfolgreichen Kampagnen steigt sie auf Zahlen zwischen einem und drei Prozent. Wird die Rate zweistellig, knallen die Champagnerkorken.

Customer Journey

Die Reise des Kunden interessiert Marketer natürlich nur, wenn das Ziel der Kauf ist. Momentan lautet die Theorie, dass der Kunde auf diesem Weg verschiedene Kontaktpunkte passiert. Im digitalen Bereich lassen sich diese Kontaktpunkte exakt vermessen, der Aufwand dahinter kann erheblich sein: bis hin zumNeuromarketing, das Reaktionen des Gehirns etwa auf Farben liefert. Leider lassen sich die Kontaktpunkte in der analogen Welt wie Laden, Schaufenster (noch) nicht in gleicher Präzision vermessen und in entsprechende Werbestrategien integrieren. Aber man arbeitet daran. 

Display-Advertising

Werbebanner auf Internet-Seiten (siehe auch Ad, Advertising). Die Problematik: Der Platz für Inventar wächst ständig, die Nettopreise liegen demzufolge immer noch weit unter den aufgerufenen Bruttoaufwendungen. Die Strategien dagegen sind etwa der Fokus auf „Premium“-Content, also Seiten, die besonders hochwertige Inhalte anbieten. „Veredelung“ von Inventar geschieht beispielsweise über Targeting-Tools, um bestimmte Zielgruppen anbieten zu können. Weitere Strategie: Realtime-Bidding (siehe dort), um werbeplätze auf erhoffte, gezielte Nachfrage teuer, zumindest teurer an den Meistbietenden loszuschlagen.

E-Mail-Marketing

Was als billiger Ersatz für Werbepost begann, ist mittlerweile eine der tragenden Säulen des digitalen Marketings – und eine Wissenschaft. Spezialisten der Branche wissen aufgrund der digitalen Messbarkeit ganz genau, ob der Nutzer die E-Mail nur bekommen, doch wenigstens kurz angeschaut, gleich gelöscht oder sogar ganz gelesen hat. Die Aufgeklärten probieren mit A/B-Testings, welche Varianten besser ankommen. Ganz Fortschrittliche lassen Erkenntnisse aus Neuromarketing oder Eye-Tracking-Studien (wo wandern die Augen des Nutzers hauptsächlich hin?) in die Gestaltung ihrer Kampagnen einfließen. Zum Thema gehören auch Newsletter, die den potenziellen Kunden über Produktneuheiten informieren. Voraussetzung für den Versand der Mails: Der Empfänger muss dazu einmal irgendwie und irgendwo „ausdrücklich“ sein Einverständnis erteilt haben. Für Marketer bedauerlich: Der Nutzer kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, schlimmer noch, die Möglichkeit dazu muss ihm jederzeit deutlich eingeräumt werden. Was allerdings die Branche deutlich von Spam-Mails unterscheidet: Die kommen ungefragt per Massenversand und werben meist für seltsame Dinge zwischen Penisverlängerung und dem Gewinn einer Lotterie, an der keiner teilgenommen hat. 

Empfehlungsmarketing

Wer kennt sie nicht, die Aufforderung: Empfehlen Sie uns weiter! Gern winkt dafür eine Prämie wie ein Urlaubswochenende am Oderbruch oder ähnlich tolle Dinge. Gutscheine wirken auch digital. Soweit handelt es sich um einen Unterfall des CRM (Customer-Ralationship-Management). Durch das Aufkommen sozialer Netzwerke (siehe dort) und des viralen Marketings (siehe dort) hat sich das Spektrum des Themas um ein Vielfaches verbreitert: Nutzer schreiben freiwillig Rezensionen, bewerten Produkte und Dienstleistungen, folgen Marken oder liken bestimmte Werbe-Videospots. Das ist einerseits eine tolle Sache, verlassen können sich werbungstreibende darauf nicht. Das Thema wird eher komplexer. Im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zählenKreativität, das Gefühl für die Befindlichkeit der Zielgruppe oder die Empfindsamkeit gegenüber der gerade geltenden politischen Korrektheit. Idealtypisch gesucht wird der selbstlose Markenbotschafter, der freiwillig vom tollen Produkt kündet. Mitunter sollen allerdings auch Geld oder Sachleistung fließen, siehe oben.

Fans & Friends

Der glühende Fan, der das Schweißtuch seines Idols unter Glas legt, der loyale Freund, der alles mit dem Kumpel teilt – in sozialen Netzwerken eine eher liebenswert altmodische Definition. Freunde können hier auch flüchtige Bekannte sein, die man nie gesehen hat, und Fans entpuppen sich schnell als interessierte Nutzer, die das Thema, das Produkt, die Marke gerade witzig finden. Von der Ausdifferenzierung lebt eine ganze Branche.

Follower

Die Übersetzung hilft hier nur bedingt, denn Social Media (siehe dort) hat eigene Gesetze – und zu diesem Themenkreis gehört der Follower im digitalen Business. Anhänger muss daher noch keiner sein, der auf dem Kurznachrichtendienst Twitter einem anderen folgt, ihn abonniert hat. Er interessiert sich lediglich für ihn – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nicht zu verwechseln mit Fans auf Facebook. Andererseits: Auch dort sind nicht alle „Friends“ und „Fans“ wirklich welche.

Freemium

Bevorzugtes Mischmodell, wenn die Bezahlschranke bei Inhalteanbietern fällt. Vorbild ist die Website der New York Times: Eine bestimmte Zahl an Artikeln zu lesen bleibt kostenlos. Erst ab der Schwelle von Zahl X werden Gebühren fällig. Das Prinzip erfreut sich deshalb so großer Beliebtheit bei allen Nachahmern, weil es zwei Gefahren einbremst: Die Reichweite leidet nicht so sehr, weil ja immer noch genügend Nutzer gucken können. Power-User andererseits werden so in Abonnements geführt, die dem Medienunternehmen zusätzliche Einnahmen bescheren. Bei der New York Times sollen es schon über eine halbe Million sein. Kein Wunder, dass dieses Modell bei immer mehr Presseverlagen Nachahmer findet.

Geolocation

In den meisten Fällen lässt sich jede IP-Adresse auch einigermaßen verorten, sogar bis zur Postleitzahlgenau. Positiv für Werbungtreibende: Zusammen mit den Cookies (siehe dort) lassen sich mithilfe desTargetings (siehe dort) schöne Profile daraus erstellen wie „Interessiert an Urlaubsreisen nach Indien im Großraum Berlin“ o.Ä. Die Suchmaschine Google bietet gern lokale Anbieter an – besonders, wenn sie dafür was bezahlt haben. Nachteil: Manche Provider oder Firmennetzwerke sind nur über den Stammsitz registriert. Da firmiert dann jeder Mitarbeiter der XY AG unter Gütersloh, obwohl er vielleicht in Kuala Lumpur sitzt.

GPS

„Global Positioning System“, weiß jeder Studienrat. Basiert auf Satelliten, die Navigation und Ortsbestimmungermöglichen. In Verbindung mit entsprechend ausgerüsteten Smartphones wird daraus ein mächtiges Marketing-Werkzeug, denn der Mobile Nutzer kann so direkt „vor Ort“ erreicht werden mit Werbung, Gutscheinen, Hinweisen, Voraussetzung für Location-based Services (siehe dort) oder auch Augmented Reality.

In-App-Kauf

Von der Bezahlkultur, die mit Apps (siehe dort) Einzug gehalten hat, war bereits die Rede. Doch nicht nur Apps selbst lassen sich – je nach Sichtweise und Standpunkt – kaufen und verkaufen. Der geschmeidige Charme besteht darin, dass sich auch innerhalb einzelner Apps Käufe und Verkäufe organisieren lassen. So stellen Medienhäuser gern kostenlose Apps zur Verfügung, über die sich dann einzelne Zeitschriftenausgaben für Tablet oder Smartphone anbieten, Abonnements von Zeitungen abrechnen lassen. Ebenfalls beliebt: Spiele-Apps, die zunächst kostenlos sind, aber nur ein Grundlevel für den Nutzer zulassen. Weitere Levels kosten dann Geld. Die Abrechnung ist für Anbieter relativ problemlos. Der Kunde hat ja beispielsweise für den Garten Apple iTunes bereits seine Kreditkartendaten hinterlegt. Nachteil: Gärtner Apple kassiert immer mit, derzeit 30 Prozent. 

Keyword

Schlüsselwort für eine der Schlüsseltechnologien des Internets und des digitalen Marketings: Suchmaschinen-Optimierung und -Management sowie des einschlägigen Suchmaschinen-Marketings (siehe jeweils dort). Um eine Sache mit gleich drei Seiten einfach zu machen, basteln wir ein Beispiel: Hobbymusiker sucht Holzblätter für sein Saxophon. In der Suchmaschine gibt er nun die vermuteten Schlagworte (Keywords) ein. Das könnten „Saxophonblätter“ sein oder die Kombination „Saxophon“ und „Blätter“ oder „Holzblatt“; wer es schon genauer weiß, gibt vielleicht seine Instrumentenstimmung mit ein, also „Sopran“, „Alt“ oder „Tenor“. Angezeigt bekommt der Suchende dann sehr wahrscheinlich eine Mischung aus Artikeln, Textbeiträgen wie Blogs und Produktangeboten. Alle diese Einträge haben Produktangebot oder Textbeitrag unter den entsprechenden Schlüsselbegriffen (Keywords) als Meta-Tags verschlagwortet, um darüber von der Suchmaschine gefunden zu werden. Der Werbungtreibende hat nun seinerseits die Möglichkeit, im Suchmaschinen-Marketing auf eine bestimmte Kombination von Keywords zu bieten: in unserem Fall vielleicht noch mit dem Zusatz „München“ (siehe Geoloction), also auf alle Verbindungen von „Saxophon“, „Blätter“/“Holzblatt“/“Holzblätter“ in den Stimmung „Sopran“,  „Alt“, „Tenor“, „Bariton“ – plus „München“. So sieht der suchende Hobbymusiker im Idealfall dann ganz oben ein tolles Angebot für günstige Blätter ganz in seiner Nähe.

Landingpage

Die Website, auf der Nutzer landen (sic), wenn sie auf ein Werbebanner, einen gesponserten Link oder einen Empfehlungslink in einer E-Mail geklickt haben. Da sich zu jedem Banner oder Link eine eigene Landingpage installieren lässt, hat das für Werbungstreibende den schönen Nebeneffekt, dass sie genau wissen, worauf der Nutzer geklickt hat, was also den entscheidenden Impuls ausgelöst hat. Das nächste Problem, wie verwandle ich den interessierten Besucher der Landingpage in einen Käufer, ernährt eine eigene Optimierungsbranche aus Beratern, Agenturen...

Lead

Kundenkontakt, Kostbares Gut für Unternehmen, Werbungtreibende.

Linkfarm

Die dunkle Seite der Suchmaschinen-Optimierung (siehe dort): Weil der „Pagerank“, die Positionierung auf den Ergebnisseiten von Google & Co., u.a. davon abhängig, wie stark, wie sehr, wie also vermutlich relevant eine Seite, ein Artikel oder Produktangebot ist, misst die Suchmaschine die Verlinkung der entsprechenden Seite mit anderen. Vulgo: je mehr Verlinkung, desto besser. Das machen sich die Darth Vaders, die „Black Hats“ des Marketings zunutze und installieren sogenannte Linkfarm-Seiten, die keine andere Funktion haben, als entsprechenden Seiten Links zu verschaffen. Böse, unseriös, pfui. Google selbst versucht immer wieder durch Maßnahmen, dagegen vorzugehen. Klappt nicht immer, daher immer noch in Betrieb.

Location-Based Services

Die Kombination aus Mobilfunk und GPS-Daten macht das Smartphone zum Navigationsgerät. Ortsbezogene Dienste können die Technik auch für Marketingaktivitäten nutzen, gern in Form von Apps (siehe dort): Zeige mir den nächsten Händler von XY, den schnellsten Weg zu Produkt Z (aktive Nachfrage, „Pull“ aus Marketingsicht). Sofern der Nutzer zustimmt, können ihm Firmen auch Prospekte, aktuelle Angebote, Gutschein-Codes aus der Umgebung zusenden (passive Nutzung, „Push“ aus Marketingsicht). Fügt der Entwickler noch die Smartphone-Funktion Kamera hinzu, landet er auf dem Gebiet Augmented Reality. Andere Verbindungen sind denkbar, das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. 

Microsite

Kleine Schwester der Website, ein digitaler Mikrokosmos in etwa einem Unternehmensangebot. Zeigt vielleicht nur die aktuelle Kampagne für das neue Produkt. Oder ist der digitale Teil der Kampagne selbst, und die Homepage ist die Landingpage (siehe dort). Das ist eben die Microerklärung.

Multichannel

Siehe auch Crosschannel: Mehrere digitale Kanäle werden gleichzeitig – oder besser noch: komplementär – befeuert mit der beglückenden Botschaft. Aktuell zählen darunter Web, mobil, Spielkonsolen, Set-Top-Boxen und Smart-TV. In etwa dieser Bedeutungsreihenfolge. Kreativ ist, wenn sich die Kanäle ergänzen und gegenseitig antreiben.

Online-Marketing

Eben noch hip als Begriff, jetzt fast schon von gestern: Umfasst alle Marketing-Aktivitäten via Online, also Suchmaschinen-Marketing (siehe dort) ebenso wie Affiliate (siehe dort) oder Performance-Marketing (siehe dort). Weil nun aber immer mehr Netzaktivitäten wie Social Media (siehe dort) ins mobile Netz und die Nutzung via Smartphones und Tablets abwandern, die dort auf den Begriff Mobile Marketing treffen, werden wir es in absehbarer Zeit wohl nur noch mit digitalem Marketing zu tun haben (siehe analog dazu: Commerce).

OPT-IN/OPT-OUT

Für Marketer keine wirkliche Option, sagen sie: Wenn für jedes Cookie (siehe dort) extra und vorab eine Einwilligung des Nutzers – und womöglich noch explizit – erforderlich wird (Opt-in), bricht unser Geschäftsmodell zusammen. Eine EU-Richtlinie droht vage damit. Die Branche befürwortet die juristisch feinsinnige Opt-out-Interpretation via Browser-Einstellungen: Wer Cookies dort etwa zumindest zeitweise allgemein in seinen Einstellungen zulässt, darf sich dann eben nicht wundern.

Pagerank

Besser: der Google-Code; dahinter steckt ein Ausbund an Formeln/Algorithmen, die darüber entscheiden: Wer steht vorn auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine, wer geht im digitalen Nirwana unter. Erwähnungen helfen, Links von anderen, Klicks ganz allgemein. Tricksereien werden, wenn entdeckt, abgestraft.

Performance-Marketing

Nur die Leistung zählt, und gezählt wird ganz genau: Wie viele Leads oder Abverkäufe hat die Kampagne online erzielt? Entsprechend wird dann durch den Auftraggeber entlohnt, nämlich per Lead oder per Sale, siehe auchCP. Vorteil Internet: die Kampagne kann noch während der Aktion optimiert werden, gewissermaßen am lebenden Objekt.

Permission-Marketing

Werbeformen, die eine Einwilligung durch den Kunden benötigen: In der Regel ist damit der werbliche Versand von E-Mails und Newslettern gemeint. In der Theorie sollen Nutzer ganz nach ihren Bedürfnissen mit Informationen versorgt werden können, in der Praxis erschöpft sich das meist auf die individuelle Ansprache: „Sehr geehrter Herr Schmidt...“

Post View

Gehört zur Kategorie Affiliate-Marketing (siehe dort) und ist ein wenig tricky. In Rechnung gestellt wird, dass der Nutzer beim Aufruf einer Webseite auch ein Werbemittel gezeigt bekommt – theoretisch. Denn mitunter ist das „Werbemittel“ nur einen Pixel groß. Zudem ist die Annahme der Sichtbarkeit noch aus einem anderen Grund theoretisch: Über die tatsächliche Wahrnehmung sagt sie nämlich nichts. Bei seriösen Anbietern daher aus der Mode gekommen.

Publisher

Seitenbetreiber im Affiliate-Marketing (siehe dort), die auf ihren Webseiten für Aufmerksamkeit und Werbung zugunsten der Händler, Merchants sorgen und dafür vergütet werden.

QR-Code

Der Quick-Response-Code, das sind diese kleinen viereckigen Farbkleckse, die Nutzer mithilfe ihrer Smartphone-Kamera und einer entsprechenden App (siehe dort) scannen können, um damit eine Aktion auszulösen. In der Regel werden Nutzer damit auf eine Landingpage (siehe dort) geleitet. Aber auch andere Aktionen sind möglich, wie etwas der Download eines Whitepapers, das Abspielen eines Videos usw., usf.

Realtime-Bidding (RTB)

Die Echtzeit-Auktionen sind die große Hoffnung der Display-Vermarkter, um den niedrigen Nettopreisenaufzuhelfen. Wer als Anbieter spezifische Zielgruppen im Portfolio hat, soll die über das Versteigerungsprinzip teurer losschlagen können. Problem der Plattformanbieter: Die Margen sind relativ niedrig. So lohnt das Geschäft erst wirklich, wenn gleich weltweit agiert wird. In den USA bereits ein Geschäftsmodell, in Deutschland noch immer in den Anfängen.

ROI

Der Return on Investment (ROI) ist das moderne Wording für die gute alte Rendite: In das Geschäftsmodell X wird die Kapitalmenge Y gekippt und erzielt dann Erlöse in Höhe von Z. Relativ frisch in der Kategorie ist derSocial ROI, also die Rendite bei Aufwendungen in Sachen Social Media (siehe dort). Die entsprechenden Kennziffern sind nicht immer treffsicher und belastbar.

Social Media

Synonym für soziale Medien, soziale Netzwerke, d.h. Portale, die den Austausch und/oder die Zusammenarbeit der Nutzer untereinander ermöglichen. Das größte soziale Netzwerk weltweit ist Facebook mit zuletzt etwas 950 Millionen registrierten Nutzern. Der Kurznachrichtendienst Twitter zählt ebenso dazu wie die neuere Plattform Pinterest. Die Geschäftsmodelle dahinter fußen meist auf Werbeeinnahmen, doch die wollen noch nicht so recht explodieren. Auch als Commerce-Plattform können die sozialen Netzwerke bislang nicht auf Anhieb überzeugen. Was zu sinkenden Aktienkursen führt.

Suchmaschinen-Marketing (SEM)

Das „Search Engine Marketing“ umfasst sämtliche Aktivitäten, um bei Google & Co. besser dazustehen, mehrAufmerksamkeit zu bekommen.

Suchmaschinen-Optimierung (SEO)

Beschreibt alle Maßnahmen, die Webseiten-Betreiber selbst vornehmen können, ohne dafür einen Obolus an den Suchmaschinen-Betreiber zahlen zu müssen: Die richtigen Schlagworte, Meta-Tags wählen etwa, für Links und Erwähnungen auf anderen Seiten sorgen. Aufmerksamkeit, Reichweite und Klicks erzeugen.

Suchmaschinen-Werbung (SEA)

„Search Engine Advertising“ kostet Geld: Das Unternehmen ersteigert mit der Kombination der hoffentlich treffenden Keywords (siehe dort) einen Platz ganz vorn an der Sonne der Aufmerksamkeit. Grundlage für Milliardengewinne bei Google und größter Anteil an den Werbeaufwendungen im Netz.

Targeting

Die gezielte Werbeauslieferung ist eigentlich der feuchte Traum jedes Werbers: Im Gegensatz zum Gießkannenprinzip bei reichweitenstarken Massenmedien wird das kreative Potenzial nicht an uninteressierte Schnösel verschwendet, sondern landet gleich bei potenziell Aufgeschlossenen. Voraussetzung ist der Cookie(siehe dort). Das – natürlich – anonymisierte Profil des Nutzers über sein Verhalten zeigt etwa ein Interesse an Asienreisen? Dann zeigen wir, Anbieter, Werber, Agenturen, doch genau solche Sachen! Der heilige Gral der Online-Werbung wird irritiert durch Überlegungen, eine Opt-in-Regelung für Cookies einzuführen. Horror!

Usability

Die benutzerfreundliche Bedienbarkeit von was auch immer. Beispiel: Schon vor Apples iPhone konnten Handys ins Internet gehen, waren multimedienfähig. Doch erst mit dem iPhone erlebten all diese Dienste eine geradezu explosiv ansteigende Nutzung. Das Geheimnis der „Usability“ gipfelte in dem Satz von Steve Jobs bei der Vorstellung des Geräts: „It’s very, very easy to use.“

Web 2.0

Inzwischen eher old-fashioned: „Wir müssen mehr web-zwo-nullig werden.“ Das waren die Zeiten, als der Konsument zum Prosument wurde, also zum Nutzer, der sich verstärkt selbst einbringt. Zeiten, als Social Media (siehe dort) in den Anfängen steckte. Heute out.